Im Rahmen einer vom ADAC Reisebüro Freiburg organisierten Exkursion hatten wir am 12.12.2025 die Gelegenheit, den EuroAirport Basel–Mulhouse–Freiburg zu besichtigen.
Der EuroAirport ist weltweit der einzige binational betriebene Flughafen. Er liegt im Herzen des Dreiländerecks Frankreich–Schweiz–Deutschland auf französischem Staatsgebiet, nahe der Gemeinde Blotzheim und unweit der Stadt Basel.
Historische Entwicklung
Nach dem ersten Spatenstich im Jahr 1946 konnten die Bauarbeiten innerhalb von nur zwei Monaten abgeschlossen werden. Bereits am 8. Mai 1946 wurde der Flughafen feierlich eingeweiht. Im Jahr 1949 folgte der Abschluss des Französisch-schweizerischen Staatsvertrags über den Bau und Betrieb des Flughafens Basel–Mulhouse in Blotzheim. In diesem Zuge wurde ein öffentlich-rechtliches Unternehmen gegründet, in das der bestehende Flughafen überführt wurde.

Wirtschaftliche Bedeutung und Kennzahlen
Aus bescheidenen Anfängen entwickelte sich der EuroAirport zu einem der bedeutendsten Wirtschaftsfaktoren und Arbeitgeber der Region. Heute sind rund 6.500 Arbeitsplätze direkt am Flughafen angesiedelt. Etwa 30 Fluggesellschaften verbinden den Standort mit rund 100 Destinationen, überwiegend innerhalb Europa sowie im Mittelmeerraum.
Im Jahr 2024 verzeichnete der Flughafen ein Passagieraufkommen von 8,9 Millionen Reisenden. Ergänzend dazu wurden über 94.000 Flugbewegungen sowie nahezu 105.000 Tonnen Luftfracht abgewickell.
Umwelt, Lärm- und Klimaschutz
Die Flughafenbetreibergesellschaft misst den Themen Umwelt- und Lärmschutz sowie Nachhaltigkeit eine hohe Priorität bei. Eine Vielzahl von Maßnahmen dient der Reduzierung der Umweltbelastung. Zur Lärmvermeidung gelten am Flughafen zeitliche Restriktionen bezüglich Start- und Landezeiten und es gibt lärmabhängig gestaffelte Landegebühren, die besonders leise Flugzeuge bevorzugen.
Zur Verringerung des CO2-Abdrucks wurde im Jahr 2025 eine Photovoltaikanlage mit einer Kapazität von 37 MWh installiert. Darüber hinaus werden kontinuierlich Initiativen zur Müllvermeidung, zum Gewässerschutz sowie zur Förderung der Biodiversität auf dem Flughafengelände umgesetzt.
Erreichbarkeit und Verkehrsanbindung
Neben dem Auto ist der EuroAirport ist von Frankreich, der Schweiz und Deutschland über regelmäßige Busverbindungen erreichbar. Eine zusätzliche Bahnanbindung befindet sich in Planung und soll ab dem Jahr 2035 die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ab Basel und Straßburg weiter verbessern.
Blick hinter die Kulissen: Rundfahrt über das Flughafengelände
Nach der Sicherheitskontrolle begann die Führung mit einer Busfahrt in den nördlichen Teil des Flugfeldes.
Dort ist z.B. seit 1975 die Rega-Basis 2 Basel ansässig.

Von hier aus werden mit mehreren Airbus H145 jährlich über 1.000 Rettungseinsätze im Dreiländereck sowie in der gesamten Schweiz geflogen.
Die nächste Station war der historische „Lucky“-Hangar des ehemaligen Flugplatzes Sternenfeld in Birsfelden. Der original erhaltene Hangar wurde nach der Gründung des EuroAirport vom Standort Sternenfeld abgebaut und am heutigen Flughafen wieder errichtet. Aktuell sind auf diesem Gelände die Flugschule Basel sowie private Kleinflugzeuge stationiert. Diese Ära endet jedoch voraussichtlich Ende 2026, da das Areal einer geplanten Flughafenerweiterung weichen wird.

Flughafenfeuerwehr und Winterdienst
Ein erster Höhepunkt der Besichtigung war der Besuch der Flughafenfeuerwehr. Rund 40 Feuerwehrkräfte und etliche Einsatzfahrzeuge stehen hier rund um die Uhr in Alarmbereitschaft.

An speziell bereitgestellten Flugzeugen vor der Wache werden sämtliche Einsatzszenarien täglich trainiert, um jederzeit eine maximale Einsatzfähigkeit sicherzustellen. Die unten gezeigte Boeing 757 wurde der Feuerwehr zu diesem Zweck gespendet.

Für Löscheinsätze stehen gleich mehrere Flughafenlöschfahrzeuge vom Typ Panther der Firma Rosenbauer bereit. Diese Fahrzeuge verfügen über ein Löschmittelvolumen von bis zu 10.300 l, einer Pumpleistung von bis zu 7000 l/min und einer Motorenleistung von 700PS. Damit kann jeder Punkt des rund 250 Hektar großen Flughafengeländes innerhalb von drei Minuten erreicht werden.

Unmittelbar neben der Feuerwache befindet sich zudem eine spezialisierte Fahrzeugflotte für den Winterdienst. Diese ist darauf ausgelegt, im Bedarfsfall innerhalb kürzester Zeit Flächen von der Größe mehrerer hundert Fußballfelder von Schnee und Eis zu befreien.
Bereich Luftfracht
Neben dem Passagierverkehr stellt die Luftfracht ein zentrales Geschäftsfeld des EuroAirport dar.

Dank seiner Lage im Dreiländereck sowie der direkten Anbindung an wichtige Verkehrsachsen – darunter die Autobahnen A5 (Deutschland), A2/A3 (Schweiz) und A35 (Frankreich) – ist der Standort logistisch äußerst günstig positioniert.
Die knapp vier Kilometer lange Hauptlandebahn, ausgestattet mit Instrumentenlandesystem (ILS), ermöglicht auch den Betrieb sehr großer Frachtflugzeuge. Im neuen Cargo-Terminal stehen auf rund 21.000 Quadratmetern Kapazitäten für den Umschlag von Standardfracht ebenso wie für temperaturgeführte Güter, beispielsweise pharmazeutische Produkte, zur Verfügung.

Bereich Wartung, Business Aviation und Services:
Im südlichen Bereich des Flughafengeländes sind unter anderem Unternehmen wie AMAC und Jet Aviation angesiedelt, die Wartungs-, Instandhaltungs- und Umbauarbeiten an Flugzeugen durchführen. Ergänzend dazu bietet die Firma Air Service Basel umfassende Dienstleistungen für Business-Aviation-Kunden, die mit eigenen Flugzeugen in Basel starten oder landen.
Fazit
Die Exkursion sowie die gesamte Organisation und Durchführung der Führung am EuroAirport wurden vom ADAC Reisebüro Freiburg perfekt gestaltet. Für die sorgfältige Planung, die reibungslose Abwicklung sowie die professionelle und freundliche Betreuung der Teilnehmenden möchten wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken.

