Vom 1. bis 4. Juni fand in Berlin neben dem neuen Berliner Flughafen BER die ILA 2016 statt.Über 1000 Aussteller aus aller Welt präsentierten ihre Angebote rund um das Thema Fliegen und Raumfahrt. Im zivilen Bereich war das Thema Effizienz und Umweltschutz ein großes Thema. So erörterten Airbus Chef Thomas Enders und der Grünen Politiker Ralf Fücks, Vorstandsmitglied der Heinrich Böll Stifung, die Möglichkeiten den Flugverkehr in Zukunft umweltfreundlicher zu gestalten. Klimaneutraler Treibstoff aus Algen und der geringere Verbrauch der neuen Airbus Modelle waren hier die Themen.

Ebenfalls waren neue Antriebskonzepte für Turbinen oder neue Fertigungsverfahren ein Thema. So wurde z.B. das – bis auf den Antrieb – vollständig per 3-D Druck hergestelltes Flugobjekt ‚Thor‘ gezeigt.
Im militärischen Bereich der Ausstellung präsentierte eine Vielzahl von Herstellern unbemannte Flugkörper (Drohnen). Von kleineren Drohnen zur Aufklährung, bis hin zu großen, potentiell waffentragenden Drohnen war hier alles vertreten. Ein weiteres wichtiges Thema im miliärischen Bereich stellte der einfache Transport von Geräten und Material dar. Große und schwere Waffensysteme werden hier durch leichtere aber per Flugzeug transportierbare Systeme abgelöst. Die Bundeswehr präsentierte hierzu eine Drohnen-Steuerzentrale, die komplett in einem Standard-Container untergebracht war und so kein spezielles Fahrzeug für den Transport benötigt.

Das Wetter spielte zu Beginn der Messe nicht mit. Ein Platzregen verhinderte das Flugprogramm am Morgen. Zum Glück klarte der Himmel dann gegen Mittag soweit auf, so dass das Flugprogramm beginnen konnten. Den Anfang machte der Eurofighter in einer speziellen Lackierung zum 60. Geburtstag der Luftwaffe. Danach zeigte Airbus den A-400M seine Fähigkeiten.

Der zweite Messetag war hinsichtlich des Wetters wesentlich besser. Daher konnten die Flugvorführungen auch schon am Morgen beginnen. Einen unüberhörbaren Auftritt hatte die MIG-29 der polnischen Luftwaffe. Dieses Kampfflugzeug wurde nach der Wende auch in der Bundeswehr kurzzeitig geflogen. Wirklich atemberaubend war jedoch das Flugprogramm der Royal Air Force mit dem Chinook Helikopter. Für jeden normalen Magen wäre die Achterbahnfahrt, die hier gezeigt wurde absolut zuviel gewesen. Aber der Crew schienen auch extreme Manöver wie z.B. der ’nose down quick stop‘ überhaupt nichts auszumachen.

Am Nachmittag traf Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen auf der Messe ein.

Ein absolutes Highlight des Nachmittags war dann sicher der Auftritt der Patroille Suisse. Sprichwörtlich mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks wurden die einzelnen Manöver von den Piloten durchgeführt.

Die Bundeswehr stellte am Nachmittag dann in zwei fiktiven Einsätzen ihre Fähigkeiten zur Schau. Den Anfang machte die Luftwaffe. Bei dieser Übung sollten zwei Eurofighter einen Eindringling (dargestellt durch einen Panavia Tornado Jet) abfangen und zur Landung zwingen. In einer zweiten Übung wurde dann die Zusammenarbeit verschiedener Truppenteile demonstriert. Ziel der Übung war die simulierte Evakuierung von Personen aus einem Krisengebiet. Hierbei waren Eurocopter Tiger, NH-90, Sikorsky CH-53, eine Transall, eine A-400M sowie Soldaten in Fahrzeugen beteiligt.

Einen weiteren wichtigen Teil der ILA stellte der Teil Raumfahrt da. In den Messehallen konnte man sich beispielsweise über den Beitrag deutscher Firmen und Forschungseinrichtungen zur geplanten nächsten Marsmission der ESA informieren.

Tipps für Besucher

Die Messe ist eine Reise auf jeden Fall mehr als Wert! Es ist vor allen Dingen im Vergleich mit anderen Messen super, dass es direkte Sicht auf die Start- und Landebahn gibt.

Vom Berlin Zentrum war die Messe eigentlich gut mit der S-Bahn zu erreichen. Zumindest wenn diese immer gefahren wäre. Die Berliner Verkehrsbetriebe und die Bahn machten die Anreise allerdings täglich zum Abenteuer und ‚Fahrplan? Det war jestern..‘ wurde zum Running Gag dieser Reise. Aber immerhin gab es freundliche Mitarbeiter, die einem durch das Chaos lotsten. Im Vergleich zu anderen Messen war Sicherheitskontrolle und Einlass schnell erledigt.

  • Ein Regenschirm / Sonnenschirm ist sehr zu empfehlen.
  • Für Anfahrt und Sicherheitskontrollen sollte man 1,5 Stunden einplanen!
  • Fahrpläne waren meist nicht gültig. Man muss unter Umständen selbst schauen und fragen, wie man nach Schönefeld kommt.
  • Das Gelände ist recht groß und man sollte gut zu Fuß sein.