Die Kehler Flugtage 2025 lockten vom 19. bis 22. Juni tausende Besucher auf den Flugplatz Kehl-Sundheim. Der Aero-Club Kehl e.V. hatte unter dem Motto „Gemeinsam in die Lüfte, Ein Flugtag für Europa“ ein außergewöhnliches Programm zusammengestellt, das sowohl Luftfahrt-Enthusiasten als auch Familien begeisterte. Auch in diesem Jahr hielt der Aero Club Kehl e.V. an dem Grundsatz fest, ein für alle zugängliches Fest zu veranstalten. So blieben Parkplätze und Eintritt wie immer kostenlos.
Deutsch-französische Freundschaft in den Lüften
Die Kehler Flugtage 2025 waren schon immer ein lebendiges Symbol der deutsch-französischen Freundschaft. Bereits die geografische Lage in Kehl, nur wenige Kilometer von Strasbourg entfernt, unterstreicht den grenzüberschreitenden Charakter der Veranstaltung. Auch in diesem Jahr strömten tausende Besucher aus beiden Ländern und der Schweiz zum Flugplatz und feierten gemeinsam ihre Leidenschaft für die Luftfahrt. Die zweisprachige Moderation in Deutsch und Französisch machte die Veranstaltung für alle Besucher zugänglich und schuf eine authentisch internationale Atmosphäre. Ob internationale Kunstflugpiloten oder französische Rafale-Teams – alle Akteure wurden in beiden Sprachen vorgestellt und gefeiert. Das ermöglichte es allen Besuchern, das Programm vollständig zu verstehen.
Vier Tage voller Höhepunkte
Die Veranstaltung startete bereits am Donnerstag bei bestem Wetter mit einem Modellflugtag, der von 13:30 bis 19:00 Uhr detailgetreue Miniatur-Flugzeuge in Aktion zeigte.
Am Freitag reisten dann über den Tag verteilt Teilnehmer und Gastpiloten mit ihren Flugzeugen an. Über den Tag konnten Gäste selbst an Rundflügen teilnehmen und es wurde ein spezielles Programm für Kinder und Familien angeboten. Am Freitagabend sorgte Live-Musik für Stimmung, bevor das Team von Stealth Hangar mit einer spektakulären Modellflugshow mit Pyroeffekten die Zuschauer in den Abendstunden faszinierte
Am Samstag und Sonntag bot dann ab Nachmittag das Flugprogramm etliche Höhepunkte.

Andreas Staubi zeigte beeindruckenden Kunstflug mit seiner Oldtimer Boeing Stearman, während Patric Leis mit seiner Pitts Special akrobatische Meisterleistungen vollbrachte.

Matthias Glutz zeigte mit der Rombach Special zeigte was in dem 9-Zylinder Sternmotor der Maschine steckt und bot ein spektakuläres Flugprogramm

Die legendäre Antonov AN-2 rundete das Programm mit ihrer unverwechselbaren Präsenz ab. Hier konnten Zuschauer auch selbst als Fluggast einsteigen und eine Runde über der Rheinebene drehen.
Deutschlandpremiere: La patrouille Vautour Bravo
Als absolutes Highlight der Veranstaltung präsentierte die französische Luftwaffe (Armée de l’Air et de l’Espace) mit dem Team „Vautour Bravo“ ihre modernsten Kampfflugzeuge. Diese einmalige Deutschlandpremiere fand im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft statt.

Das Team Vautour Bravo ist nach 3 Jahren Pause erst seit diesem Jahr wieder in der Luft. Für diese besonderen Vorführungen hatte der Aero-Club sogar eine temporäre Luftraumrestriktion (ED-R) eingerichtet. Die beiden Rafale zeigten dabei typische Luftkampf- und Angriffsmanöver und demonstrierten Eindrucksvoll die Kraft und Wendigkeit der Maschinen.

Besonders beim Einsatz der Nachbrenner wurde es dabei sehr laut.

Ein weiteres Team der Armée de l’Air et de l’Espace, das französische Team „Phénix“ zeigte beim Fallschirmsprung atemberaubende Manöver und unterstrich mit einer deutschen Flagge am Flugzeug das Motto des Flugtages und die deutsch-französische Freundschaft.

Diese Geste der Verbundenheit sorgte bei vielen Zuschauern für Gänsehaut und verdeutlichte, wie die Luftfahrt Nationen verbinden kann.

Bundeswehr und Armée de l’Air als Partner
Die Bundeswehr und die Armée de l’Air et de l’Espace waren mit Informationsständen auf dem Flugtag vertreten. Interessierte konnten sich hier über Karrieremöglichkeiten informieren.

Das Jägerbataillon 291, Teil der Deutsch-Französischen Brigade, stellte den Spähwagen Fennek und den GTK Boxer aus, die von den Besuchern auch im Inneren besichtigt werden konnten.

Die Deutsch-Französische Brigade ist eine binationale Infanteriebrigade bestehend aus deutschen und französischen Truppen. Das Jägerbataillon 291 ist der einzige Kampfverband der Bundeswehr, der außerhalb Deutschlands (Illkirch-Graffenstaden in Frankreich) stationiert ist.
Round Canopy Parachuting Team Suisse
Das Round Canopy Parachuting Team Suisse vervollständigte die Teilnehmerrunde aus dem Dreiländereck. Das Team ist Ehren- und Stammgast bei den Kehler Flugtagen.

Jahr für Jahr begeistern die Fallschirmspringer mit ihren historischen Rundkappenfallschirmen das Publikum. Dabei begeistert das Team nicht nur mit den Gruppensprüngen mit klassischen Rundfallschirmen.

Ein Ziel der Gruppe ist auch die die Vermittlung der Historie in Form von lebendiger Geschichte für Außenstehende und Drittpersonen, um damit die Erinnerung an die Befreiung Europas im Zweiten Weltkrieg zu bewahren.

Dazu wurde ein authentisches Militärcamp mit vielen Originalfahrzeugen und Utensilien aufgebaut.
Fazit
Die Kehler Flugtage haben sich selbst in diesem Jahr erneut übertroffen. Die Kombination aus internationalen Premieren, historischen Flugzeugen, klassischem Kunstflug und einem durchdachten Rahmenprogramm machte die vier Tage zu einem unvergesslichen Erlebnis. Besonders die Präsentation der Junkers A50 zeigte eindrucksvoll, wie die große Tradition deutscher Luftfahrt mit modernster Technik fortgeführt werden kann. Die reibungslose Abwicklung aller vier Veranstaltungstage zeugte von monatelanger Vorbereitung. Parkplätze, Besucherlenkung, Catering und Sicherheitsmaßnahmen funktionierten wie am Schnürchen.
Die deutsch-französische Dimension der Veranstaltung machte sie zu einem Symbol für Freundschaft und gemeinsame Leidenschaft, die Grenzen überwindet. Die professionelle Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr und Armée de l’Air, unterstrich dabei die praktische Bedeutung der europäischen Partnerschaft sowohl in der Luft als auch am Boden.
Der Aero-Club Kehl e.V. bewies eindrucksvoll, wie man moderne Highlights und Luftfahrtgeschichte verbindet und dabei ein Publikum aller Altersgruppen begeistert. Die beispielhafte Organisation der Veranstaltung setzte Maßstäbe, die anderen Luftfahrt-Events als Vorbild dienen können.
Mit der erfolgreichen Durchführung haben sich die Kehler Flugtage endgültig als eines der wichtigsten Luftfahrt-Events Süddeutschlands etabliert und versprechen auch für die Zukunft spektakuläre Shows am Oberrhein, bei denen Geschichte und Moderne der Luftfahrt gleichermaßen gefeiert werden.

