St.Gallen-Altenrhein: Vom 28.08.2026 bis zum 30.08.2026 feierte der Flughafen St. Gallen-Altenrhein sein 100 jähriges Bestehen. Am Samstag und Sonntag folgten ca. 40.000 Menschen der Einladung, dieses Ereignis zu feiern. Zahlreiche weitere Zuschauer verfolgten von außerhalb die Vorführungen in der Luft.
Anfänge und Bedeutung des Flugplatzes
Der Flugplatz wurde ursprünglich aus der Not heraus gegründet. Flugpionier Claude Dornier suchte 1924 einen Standort für sein Unternehmen außerhalb von Deutschland. Dies war notwendig, weil der Versailler Vertrag den Flugzeugbau in Deutschland stark einschränkte. So begann 1926 der Bau des Flughafens am heutigen Standort. Aufgrund des ungünstigen Untergrunds musste das Gelände mit über 10.000 Betonpfählen stabilisiert werden, um überhaupt einen Flughafen anlegen zu können. Schließlich nahmen 1927 die Claude Dornier-Werke den Betrieb auf. Hier wurde unter anderem das legendäre Flugboot Do X gebaut.
Heute ist der Betrieb des Regionalflughafens durch einen Staatsvertrag zwischen Österreich und der Schweiz geregelt. Von hier werden durch die Fluglinie People’s Flüge nach Wien, Griechenland und auf die Balearen angeboten. Ebenfalls gibt es Angebote im Bereich Charter und Business Aviation.
Rund 80.000 Passagierbewegungen laufen über den Flughafen und laut einer Studie der Universität von St. Gallen sorgt der Flugplatz für eine Wertschöpfung für die Region zwischen 35 und 63 Mio. CHF und bietet rund 600 Arbeitsplätze.
In ihren Eröffnungsreden betonten daher die Redner, Bundesrat Albert Rösti (per Videobotschaft), Regierungsrat Beat Tinner der österreichische Landeshauptmann Markus Wallner, der Präsident des Vereins 100 Jahre Flugplatz St. Gallen-Altenrhein Raphael Widmer-Kaufmann und der liechtensteinische Landtagspräsident Manfred Kaufmann die Wichtigkeit des Flugplatzes für die Region. Ein solches Jahrhundertjubiläum ist jedoch nicht nur ein Moment des politischen Rückblicks, sondern vor allem ein Meilenstein, der gebührend gefeiert werden sollte. Und genau das wurde mit einem vielfältigen Programm geboten.
Faszination am Himmel: Das Flugprogramm
Was wäre ein Flughafengeburtstag ohne ein faszinierendes Flugprogramm? Nicht denkbar! Und so bot des Flugprogramm ein Highlight nach dem anderen.

Das Fliegermuseum Altenrhein zeigte einige historische Flugzeuge aus ihrer Sammlung. Wie die Do 27, die einigen vielleicht noch als fliegendes Zebra aus dem Film „Serengeti darf nicht sterben“ bekannt ist, eine Boeing Stearman, die Lockheed Electra mit ihrem einzigartigen Triebwerkssound, sowie die Pilatus PC-7 und PC-3. In Formation und in Einzeldisplays beeindruckten die Maschinen mit ihren Manövern. Wer dies einmal live erleben will, kann beim Fliegermuseum auch Flüge mit diesen Maschinen buchen.

Sehr schön waren auch die Überflüge der Classic Formation. Hier stach natürlich dei DC-3 in D-Day Lackierung besonders hervor. Diese wurde auch vom Round Canopy Parachuting Team Suisse als Flugzeug für ihre Fallschirmsprünge verwendet.


Natürlich war das Display der Patrouille Suisse das Event, auf das am Samstag alle gewartet hatten und das für die Staus rund um den Flughafen verantwortlich war. Und so startetet um Punkt 14:40 das wie immer perfekte Programm der Schweizer Kunstflugstaffel.


Genauso faszinierend war dann am Sonntag das Programm des Super Puma der Schweizer Luftwaffe. Unglaublich, welche Manöver mit dieser Maschine geflogen wurden.

Die Flying Bulls waren mit einer P-38 Lightning, einer P-51 Mustang und einer Grumman F8F-2 Bearcat in Altenrhein vertreten und zeigten ebenfalls ein spektakuläres Display.

Nicht weniger interessant waren die Displays der Modellflugzeuge. Insbesondere die historischen Modelle Vampire oder Hunter, die ja leider nicht im Original zu bestaunen waren, und die F-104 Starfighter beeindruckten mit ihren Flugleistungen.

Historie zum Anfassen: Das Erlebnis am Boden
Auch am Boden war für Flugzeugbegeisterte etwas geboten. Hier konnten im Static Display verschiedene historische Maschinen aus nächster Nähe bewundert werden.


Mehrere re-enactment Gruppen wie die Royal Airforce over Switzerland re-enactment group erweckten in originalgetreuen Uniformen die Zeit des 2. Weltkriegs zum Leben. Mit viel Liebe zum Detail wurden hier Zelte, Alltagsgegenstände und Fahrzeuge ausgestellt und auch historische Abläufe nachgestellt.


Die Firma Junkers zeigte die aktuellen, den historischen Modellen nachempfundenen Neukonstruktionen, wie z.B. die Junkers A-50 und A-60.

Das Saurer Museum Arbon stellte das erste speziell für den Einsatz auf Flugplätzen gebaute Tankfahrzeug mit Motorantrieb aus.

Wem das alles noch nicht genug war, der konnte in dem auf dem Gelände gelegenen Fliegermuseum Fahrzeugmuseum Altenrhein verschiedene Flugzeuge, wie die Mirage, die DeHaviland Vampire, sowie eine stattliche Anzahl historischer Fahrzeuge bewundern.

Grenzüberschreitende Begeisterung: Die Atmosphäre
Was das Fest jedoch wirklich auszeichnete, war die einmalige Stimmung auf dem gesamten Gelände. Bei strahlendem Festwetter trafen sich Menschen aus der gesamten Region aus der Schweiz, Deutschland, Österreich und Liechtenstein. Trotz logistischer Herausforderungen und Engpässen bei der Verkehrsüberlastung am Samstag überwog die pure Begeisterung. Es war ein echtes Volksfest der Begegnung, das eindrucksvoll bewies: Der Flugplatz gehört fest zur Region, und die Region steht geschlossen hinter ihrem Flugplatz.

Ausblick: Mit Zuversicht in das nächste Jahrhundert
Dieses historische Wochenende war jedoch weit mehr als nur ein nostalgischer Rückblick; es war ein klares Signal für die Zukunft. Trotz der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Diskussionen um die langfristigen Rahmenbedingungen zeigten sich Betreiber, Wirtschaft und Politik am Festwochenende partnerschaftlich und lösungsorientiert. Die enorme Besucherresonanz hat unmissverständliches das breite gesellschaftliche Interesse an der Infrastruktur untermauert. Altenrhein geht gestärkt aus den Jubiläumstagen hervor – bereit, seine Rolle als verlässliches, internationales Tor für die Ostschweizer und Vorarlberger Wirtschaft auch im nächsten Jahrhundert verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.